Donnerstag, 15. Mai 2008

Spiel mit dem Feuer

Heute habe ich endlich mal ein paar extrem entflammte Feuer gelöscht. Leider nur im wortwörtlichen Sinn. Ich durfte den ganzen Vormittag lang auf einem Gelände in Zürich Nord den Feuerwehrmann in rauslassen und in einem Feuerlöschkurs (angeordnet durch meinen Arbeitgeber) meinen Respekt vor der Flamme relativieren. Als Sahnehäubchen hoffte ich auf schöne und tüchtige Feuerwehrmänner als Kursleiter. Kaum angekommen, hat sich auch mein Symbolbild, das ich von schönen und tüchtigen Feuerwehrmännern hatte, relativiert. Dafür trainierten auf dem gleichen Areal ein paar sexy Polizisten mit ihren Spürhunden... Lernreich war der Tag auf jeden Fall und ich würde es jedem weiterempfehlen. Nun weiss ich, dass ein Sofabrand innerhalb von zwei Minuten zu einem verheerenden Zimmerbrand mutiert, welche Art von Feuerlöscher ich wann und wo einsetzen kann und wie eine brennende Ölpfanne zu löschen ist. Was uns die Herren aber nicht beigebracht haben ist die Handhabung mit gewissen Arten von Feuern, die bei mir seit Ewigkeiten nicht mehr entfacht sind.
Ja, wie ihr seht, ist alles noch beim Alten. Kurz nach der Uni am Nachmittag telefonierte ich mit meinem Vater, der mich wieder einmal mit erhobenem Finger (ich habe den Finger durchs Handy gespürt) darauf hinwies, ich solle in diesem Semester nicht mit dem Feuer spielen. Es war eines dieser kontrollierenden Telefonate, in denen ich eine kurze Berichterstattung über den Stand der Dinge - hauptsächlich bezüglich der Uni - abgeben muss. Dass ich ja genug lerne! Kurz liess ich die letzten paar Wochen revue passieren. Dieser Rückblick war gefüllt mit Tagen wie gestern, an denen ich mir von der Uni "freigenommen" habe, mit komischen blauen Büchern, die ich seit zwei Monaten besitze, aber nie aufgeschlagen habe - jedoch jedes mal zur Arbeit mitnehme für den Fall, dass ich mal Zeit zum lernen finde, und ist mal ein ruhiger Moment eingetreten, bin ich in null Komma nichts auf StudiVZ - oder Seminararbeiten, deren Konzepte rein auf Überlegungen basieren, die bei einem Bier in gewissen Nordzürcher Bars entwickelt wurden. Aber hey, immerhin haben wir heute Abend unsere Forschungsresultate bei einem Margarita interpretiert und ausgewertet! Resultate!!
"Ja Papi", sagte ich, "ich teile mir die Zeit, die ich für die Uni benötige, selbstständig ein, die Seminararbeit ist auch im vollen Gange und die ersten Prüfungen in zwei Wochen sind ja nur so klitzekleine, mach dir da keine Sorgen! Ich spiele natürlich nicht mit dem Feuer!" Schön wäre es, wenn ich es auch selber glauben würde...