Vor fast einer Woche packte ich meine sieben Sachen und machte mich auf den Weg zum Flughafen Kloten. Mein erster Besuch nach Uebersee stand bevor. Nach einem harten, maennerlastigen und irgendwie auch sehr aufregenden Sommer lasse ich jetzt die letzten drei vorlesungsfreien Wochen hier in Florida ausklingen. Genauer gesagt in Orlando.
Schon waehernd den ersten paar Stunden in den USA versuchte ich mich mit den Eigenheiten des American Way of Life zu arrangieren. Hierzu gehoert nicht nur die amerikanische Computertastatur, bei der ich einige Umlaute vermisse, oder bei der das "Z" und das "Y" vertauscht sind, sondern auch Gegebenheiten, die moeglicherweise ein bisschen mehr Gewoehnungszeit in Anspruch nehmen. Hierzu einige Beispiele:
- Rauchen
Die Freude ueber die tiefen Zigarettenpreise hielt bis zu dem Moment an, in dem mir klar wurde, dass der billige Tabak fast nirgendwo konsumiert werden darf. Verdutzt hat mich das Flughafenpersonal in Philadelphia (mein Umstiegpunkt) angestarrt, als ich nach "Smoker's Lounges" fragte. Und noch verdutzter guckte ich, als ich herausfand, dass ich fuer jede Zigarette waehrend meines fuenfstuendigen Aufenthaltes den Flughafen zu verlassen hatte und beim Wiederbetreten das ganze Prozedere der Sicherheitskontrolle ueber mich ergehen lassen musste. - Klimaanlagen
Air Conditioners koennen waehrend dieser Hitze in Florida ganz nuetzlich sein. Bei den Umstaenden, die hier herrschen, bekam der Oekolog beim betreten jedes klimatisierten Raumes (also jedes Raumes) einen regelrechten Kaelteschock. Bei einer Aussentemperatur von 40 Grad ist hier zumindest fuer mich der Aufenthalt in einem Raum ohne Bettdecke unvorstellbar. Was wieder einen enormen Hitzeschock bei jeder Zigarettenpause ausloest. - Mobilitaet
"Ich bin auch ein..."...Auto. Fragt man hier nach einem Zug, Tram oder Bus wird man mindestens genau so verdutzt angeschaut wie bei der Auskunft nach Raucherzonen im Flughafen, was fuer mich das Leben etwas schwierig macht, da ich erstens nicht einmal einen Fuehrerschein besitze und mich zweitens mit dem Gedanken nicht anfreuden kann, dass man fuer die Ausleihe einer DVD mindestens 15 Minuten lang mit der Karre fahren muss. Und bei der Frage, ob man hie und da zu Fuss gemuetlich flanieren kann, reagieren die Mitmenschen so, als kaeme man von einem anderen Planeten. Naja, vielleicht tue ich das auch. - Groessenordnungen
Dass hier die Menschen groesser und voluminoeser sind als bei uns in Europa, war fuer mich keine Neuigkeit. Ist ja auch kein Wunder bei diesen Mobilitaetsverhaeltnissen. Nein, alles ist groesser. Die Schokoriegel, die Essensportionen beim Chinesen, die Einkaufstempel, die Parkplatzflaechen und vor allem die Distanzen zwischen Punkt A und Punkt B. Wobei wir wieder bei Punkt 3 waeren. - Umweltbewusstsein
... liegt nach den ersten vier Punkten zusammengefasst in den USA bei Null. Nein, ich bin kein Oeko-Freak, aber es tut weh, eine Glasflasche, die Aludose und die Essenreste in den gleichen Abfall schmeissen zu muessen. Wahrscheinlich liegt es einfach an meinen Zuercherischen Gewohnheiten.
Erst ein Drittel meines USA-Aufenthaltes ist vorbei. Ich bin gespannt, was fuer neue Seiten des amerikanischen Lebens ich in den naechsten zwei Wochen entdecken kann. Aber morgen geht es erstmal ab ins Disney World!
P.S. fuer die Fans von Fleischbeschau-News: Die behalte ich mal fuer mich. Und waehrend meiner zweimonatigen Kaffee&Zigaretten-Abstinenz hat die Fleischbeschau sowieso an Bedeutung verloren...




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